Smartphone-Sucht: Wann ist man abhängig?

eingestellt von Tina Jörns am 28. Dezember 2018

Smartphone-Sucht: Wann ist man abhängig?

 

Hängen Sie oft am Handy? Die Grenze zwischen problematischem Verhalten und Smartphone-Sucht ist oft nur ein schmaler Grat. Wissenschaftliche Studien zu diesem Thema sind noch rar. Doch es gibt untrügliche Anzeichen, die auf eine Suchtproblematik hinweisen.

Sie verbringen mehr Zeit mit dem Smartphone als mit Ihren Freunden oder der Familie? Sie bekommen oft gar nicht mit, was in Ihrer direkten Umgebung passiert, weil Sie nur aufs Handy starren? Dann sind Sie vielleicht schon abhängig. Wie konnte es so weit kommen?

Der amerikanische Psychologe Andrew Przybylski beschreibt in diesem Zusammenhang das Phänomen „Fear of Missing Out“ – zu Deutsch: „Die Angst, etwas zu verpassen“. Dieses Gefühl wird durch die zunehmende Verwendung von Smartphones verstärkt. Aus der Fear of Missing Out oder kurz „Fomo“ entsteht das starke Verlangen, durchgehend mit anderen Menschen verbunden zu sein. Folgende Symptome treten im Zusammenhang mit Fomo verstärkt auf:

  • Sie sind traurig, wenn Freunde sich treffen und Spaß haben und Sie nicht dabei sind.
  • Sie haben Angst, dass die Erfahrungen von anderen Menschen oder Freunden besser sind als die eigenen.
  • Sie sind unruhig und nervös, wenn Sie nicht wissen, was Ihre Freunde gerade tun.
  • Sie haben das Bedürfnis, die eigenen Aktivitäten ständig online mitzuteilen.
  • Sie müssen dem Drang, ständig online zu sein, einfach nachgeben – etwa vor dem Einschlafen, nach dem Aufwachen oder in Gesellschaft mit anderen.
  • Sie haben oft Konzentrationsprobleme, die wegen der ständigen Ablenkung durch die Online-Aktivitäten entstehen.
  • Sie sind im Straßenverkehr durch die Nutzung des Smartphones gefährdet und haben schon häufiger fast einen Unfall gebaut.

Armbanduhr statt Bildschirm

Wenn diese Punkte auf Sie zutreffen und Sie sich dessen bewusst sind, ist der erste Schritt in die richtige Richtung schon erfolgt. Sie sollten Ihr Smartphone häufiger komplett ausstellen und sich fragen, was Sie selbst an der ständigen Nutzung stört. Hierfür kann es auch hilfreich sein, ein Smartphone-Tagebuch zu führen.

Außerdem hilft es, eine Armbanduhr zu tragen und einen echten Wecker zu benutzen, denn dann fallen schon zwei Anlässe weg, das Smartphone in die Hand zu nehmen und doch noch mal eben seine E-Mails zu checken oder einen Beitrag in den sozialen Medien zu posten. Besonders hilfreich gegen die Sucht sind smartphonefreie Zonen: Richten Sie zu Hause Räume ein, in denen Sie kein Handy benutzen. Damit kann zum Beispiel im Schlafzimmer die Smartphone-Sucht gezielt vermieden werden. Wer es schafft, regelmäßig komplette Offline-Tage einzulegen, der muss sich keine Sorgen machen.

 

Dieser Beitrag erschien zuerst auf Der Sparkasseblog.

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