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Rückblick auf ein besonderes erstes Halbjahr

Rückblick auf ein besonderes erstes Halbjahr

 

Wir werfen einen ganz besonderen Blick zurück – auf ein ganz besonderes erstes Halbjahr.

Unser Vorstandsvorsitzender Ulrich Messerschmidt nimmt Stellung zu den besonderen Herausforderungen, prägenden Veränderungen und möglichen Chancen, die diese Corona-Krise mit sich gebracht hat.

 

Wie steht es im Moment um den aktuellen Geschäftsbetrieb in unserer Sparkasse?

Erst einmal können wir sagen, dass wir sehr froh sind, dass sich die Corona-Entwicklung insbesondere hier in unserer Region entspannt hat und auch wir so wieder den Normalbetrieb aufnehmen können. Unsere Kunden können sich nun zusätzlich zur Online-Beratung auch wieder persönlich – „face-to-face“ sozusagen – in den großen Geschäftsstellen vollumfänglich beraten lassen. Auch das SparkassenMobil hat inzwischen seine Fahrten wieder aufgenommen und steuert jeden Montag und Dienstag die bekannten Haltestellen an.

 

Was waren die größten Herausforderungen für unsere Sparkasse?

Für diese Ausnahmesituation hatte wohl kein Unternehmen weltweit einen festgeschriebenen Fahrplan. Unser Fokus lag zuerst einmal darin, den Geschäftsbetrieb der Sparkasse sicherzustellen und gleichzeitig unsere Kunden und unsere Mitarbeiter vor einer möglichen Ansteckung zu schützen.

Daher haben wir mit Beginn der Pandemie sehr schnell reagiert und unsere Geschäftsstellen vorübergehend für den Service geschlossen. Wir haben uns zunächst auf Kommunikationskanäle wie Telefon, E-Mail und Chat fokussiert und unsere Kunden gebeten, für den Zahlungsverkehr das Online-Banking, die SB-Technik und bei Einkäufen kontaktlose Bezahlmethoden zu nutzen. Die Beratungstätigkeit haben wir aber während der gesamten Zeit fortgeführt, entweder online, telefonisch oder nach vorheriger Terminvereinbarung auch persönlich. Das funktionierte sehr gut.

Parallel dazu lagen die Herausforderungen vor allem darin, verschiedene Vorkehrungen zu treffen, um im Falle einer Ansteckung den Geschäftsbetrieb immer aufrecht erhalten zu können. So haben wir viele Teams auseinandergezogen, entweder auf verschiedene Standorte verteilt oder fürs Homeoffice ausgestattet. Vielerorts waren und sind bis heute die Firmen- und Gewerbekundenberater präsent und konnten viele Kundentermine in den zeitweise geschlossenen Standorten wahrnehmen. Denn natürlich wollten wir weiterhin für unsere Kunden da sein und sie in dieser schwierigen Lage unterstützen.

In den Geschäftsstellen wurde in unterschiedlichen Schichten gearbeitet. Mit dieser Maßnahme sollte das Risiko, dass das gesamten Team zeitgleich betroffen sein könnte, möglichst gering gehalten werden. Gleichzeitig konnten wir durch das Homeoffice, Schichtarbeiten und die flexible Arbeitszeitgestaltung betroffenen Eltern die Möglichkeit geben, ihre Kinder zu Hause zu betreuen.

Und wer hätte gedacht, dass unsere gesamte Belegschaft jemals mit einem Mund-Nasen-Schutz und unsere Geschäftsstellen mit mobilen Spuckschutzwänden, Absperrband, Bodenaufklebern und diversen Hinweisschildern ausgestattet werden müssten? Und dass Besprechungen und Teamrunden in kürzester Zeit durch Telefon- und Videokonferenzen ersetzt werden würden – und übrigens auch ohne Qualitäts- oder Abstimmungsprobleme…

 

Für wie krisenfest halten Sie die Wirtschaft und wer ist besonders stark betroffen?

Wir halten die Wirtschaft in unserem Geschäftsgebiet für sehr stabil. Viele Betriebe haben in den letzten Jahren gut verdient und dadurch Eigenkapital gebildet. Daher verfügen sie nun über einen angestiegenen Risikopuffer. Das zahlt sich in Krisenzeiten aus. Sparkassenpräsident Schleweis hat es vor einiger Zeit in seinem Interview mit dem Handelsblatt recht gut auf den Punkt gebracht: „Bei Gastronomie, Hotels, Eventmanagement, Catering sowie in den Sektoren Reise, Verkehr, Logistik und Touristik leben viele Unternehmen von ihrem laufenden Umsatz.“ Unser Geschäftsgebiet bildet hier keine Ausnahme.

 

Mit welchen Maßnahmen haben wir unsere Firmen- und Gewerbekunden unterstützt?

Zu Beginn der Krise war der Beratungsbedarf sehr hoch und wir haben eine Vielzahl an Gesprächen zu möglichen Liquiditätshilfen geführt. In persönlichen Gesprächen mit unseren Firmen- und Gewerbekundenberatern wurde ermittelt, welche Fördermöglichkeiten von der N-Bank oder der KfW angeboten werden, welches Programm zu den jeweiligen Bedürfnissen passt und wo die Vor- und Nachteile liegen. Um die Wartezeit von Beantragung bis hin zur Bereitstellung der Liquiditätshilfen bestmöglich zu verkürzen, unterstützen wir unsere Kunden vor allem dahingehend, bereits im ersten Kontakt alle relevanten Unterlagen parat zu haben.

Aktuell steht das Thema Tilgungsaussetzung im Vordergrund. Dies ist bei uns über einen Zeitraum von bis zu 6 Monaten möglich. Der gesamte Prozess ist unbürokratisch aufgebaut und relativ einfach für unsere Kunden durchzuführen. Für diesen Zweck haben wir kurzfristig unsere Sachbearbeitungskapazitäten stark auf die schnelle Bearbeitung der Liquiditätshilfen ausgerichtet und mit vier Kolleginnen aus den Geschäftsstellen verstärkt. Viele unserer Kunden ermitteln zur Zeit – teilweise in Zusammenarbeit mit dem Steuerberater – den konkreten Liquiditätsbedarf für die nächsten Monate, um dann erneut mit uns in den Austausch zu gehen. Wir unterstützen das Vorgehen, indem wir auf unseren Internetseiten eine hilfreiche Checkliste zum Download anbieten. Hierin verweisen wir auf wichtige Vorüberlegungen zur Liquiditätsplanung, auf notwendige Unterlagen zur Beantragung von Fördermitteln und auf interessante Weblinks zu Unterstützungsmaßnahmen im Allgemeinen.

Mit Beginn der Krise hat die Sparkassenorganisation in Kooperation mit Atento eine Gutschein-Plattform „Gemeinsam da durch“ herausgebracht, die es lokalen Händlern, Gastronomen und Ladenbesitzern ermöglicht hat, Gutscheine ihres Betriebes bzw. ihrer Dienstleistung anzubieten. Wer seinen Lieblingsläden helfen wollte, konnte diese Gutscheine einfach online kaufen und sie nach überstandener Krise einlösen. Viele Unternehmen haben das spontane Angebot unserer Sparkasse genutzt und sich unkompliziert registriert.

 

Wie sieht die Situation im privaten Kreditgeschäft aus?

Viele unserer Privatkunden sind wie in ganz Deutschland auch in unserer Region von Kurzarbeit betroffen und müssen finanzielle Einbußen verkraften. Daher haben wir schnell und unbürokratisch die Möglichkeit zur Aussetzung vorhandener Darlehensraten geschaffen, um möglichst kurzfristig entstehenden Liquiditätsengpässen vorzubeugen. Der Antrag kann unkompliziert für bis zu sechs Monate gestellt werden.

Für insgesamt 2.250 Darlehen, sowohl privat als auch gewerblich wurden in den vergangenen Monaten Darlehensraten in Höhe von rund 3,3 Mio Euro aufgeschoben.

Die fehlenden finanziellen Mittel und die weiterhin bestehenden Einschränkungen wirken sich natürlich auch auf die Nachfrage von Konsumentenkrediten aus. Hier verzeichnen wir im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang um rund 25 %.

Vielleicht fast schon überraschend dagegen ist die Tatsache, dass die Anfragen für Wohnungsbaufinanzierungen nicht nachgelassen, sondern im Vergleich zum Vorjahr sogar deutlich zugenommen haben.

Der Immobilienmarkt reagiert auf konjunkturelle Schwankungen erfahrungsgemäß träge. So können wir im Immobilienvertrieb weiterhin von einem stabilen Markt mit stabilen Preisen sprechen. Die Nachfragen nach Wohnimmobilien bleiben ungebremst hoch und auf Vorjahresniveau. Besichtigungstermine werden mit Umsicht geplant und nur unter Gewährleistung der gegebenen Abstands- und Hygieneregeln durchgeführt.

 

Was hat sich in der Corona-Krise besonders bewährt?

Da ist ganz klar unser Kunden-ServiceCenter hervorzuheben. Es war nach der vorübergehenden Schließung unserer BeratungsCenter und Geschäftsstellen für nahezu alle unsere Kunden erster Ansprechpartner und ist es natürlich weiterhin – via Telefon, E-Mail oder Chat. Daher wurde das Kunden-ServiceCenter auch massiv mit Mitarbeitern verstärkt und kann bislang ein sehr hohes Service-Level aufrechterhalten. Das Anrufaufkommen stieg mit der Corona-Krise um 20 % an und hält sich bis heute stabil auf diesem Niveau. Aber auch unser Chat verzeichnet einen Zuwachs von mehr als einem Drittel. Wir stellen fest, dass wir bis zu 80 % der Nachfragen im Kunden-ServiceCenter direkt abschließend bearbeiten können.

Unsere Internetfiliale ist mit monatlich mehr als einer halben Million Nutzern und 3,6 Millionen Transaktionen stark frequentiert und wird kontinuierlich ausgeweitet. Produkte, die vom Onlinebanking bis hin zum Girokonto reichen, sind mittlerweile direkt online abschließbar. Das hat sich während der Corona-Krise natürlich besonders ausgezahlt, um auch über diesen Weg eine Vielzahl von Kundenwünschen abwickeln zu können.

Auch die Präsenz unserer Sparkasse auf verschiedenen Social Media Kanälen wie Facebook oder Instagram hat sich während der Krise besonders bewährt. Viele unserer Kunden waren immer über aktuelle Veränderungen informiert und haben das Serviceangebot gern genutzt.

 

Wo sehen Sie die stärksten Veränderungen?

Man kann sagen, dass wir schon vor der Pandemie medial sehr gut aufgestellt waren.

Die gerade erneut durch Finanztest zum Testsieger ausgezeichnete Sparkassen-App kann einen deutlichen Zuwachs von 1.600 neuen Nutzern verzeichnen, während auch der Kwitt-Service weiterhin gern und stärker als vor der Krise genutzt wird.

Besonders deutliche Zuwächse lassen sich auch bei der Umsatzbetrachtung mit der SparkassenCard (Debitkarte) feststellen. Bis Mai sind die Transaktionen um 20 % zum Vorjahr angestiegen. Mehr als die Hälfe der Transaktionen wurden kontaktlos getätigt. Eine Steigerung zum Vorjahr um 142 %! Dass die Sparkassen gerade im letzten Jahr noch dazu Apple Pay eingeführt haben, hat sich jetzt in der Corona-Krise natürlich ausgezahlt.

Der deutliche Zuwachs im kontaktlosen Bezahlen verstärkt natürlich den Druck auf die Einzelhändler. So kam es vor allem unseren Kunden aus dem Einzelhandel zu Gute, dass die meisten bereits mit den neuesten Bezahl-Terminals ausgestattet waren. Und wer zusätzlich aufstocken oder neuen Bedarf an Terminals zu verzeichnen hatte, konnte durch unsere Spezialisten schnell mit der neuesten Technik versorgt werden. Selbst wenn der Bestand an Kassenbon-Rollen aufgebraucht war, konnte kurzfristig für Nachschub gesorgt werden. Hier zahlt sich unsere Kundennähe und der Service aus einer Hand besonders aus.

 

Sehen Sie in der Krise auch Chancen? Was nehmen Sie mit?

Die Corona-Krise hat zum Teil massive Auswirkungen auf unseren Alltag. Und natürlich wissen wir um die Not vieler Unternehmen, Organisationen und Vereine. Aber wenn Sie mich nach den Chancen fragen? Ja, in jeder Krise stecken auch Chancen. Vor allem in der digitalen Entwicklung!

Wir mussten uns in kürzester Zeit auf einen intensiven digitalen Austausch einstellen – sowohl intern als auch extern mit unseren Kunden. Für den internen Gebrauch wurde kurzfristig Software für Telefon- und Videotelefonie beschafft, die auch in Zukunft viele Möglichkeiten bieten wird. Nicht mehr jeder muss vor Ort sein. Das hat überraschend gut funktioniert. Gleiches gilt für das Homeoffice. Insgesamt 150 Homeoffice-Arbeitsplätze wurden innerhalb weniger Wochen eingerichtet. Auch wenn das Homeoffice nach der Krise nicht zur Regel wird: Die positiven Aspekte sind das erlangte Wissen über effizientere Arbeitsmethoden, die Flexibilität, schnell ins Homeoffice wechseln zu können und die Erkenntnis, dass digitale Meetings viele Dienstreisen in Zukunft möglicherweise ersetzen können.  

Eine große Zukunft sehen wir auch in der Online-Beratung. Dadurch, dass viele unserer Kunden selbst im Homeoffice arbeiten, sind sie besser erreichbar und flexibler in ihrer Arbeitszeitgestaltung. Der Effizienzgedanke spielt für unsere Kunden dabei eine große Rolle. So nutzen sie schon jetzt gern ihre Mittagspause für ein Finanzgespräch am heimischen PC, das wir auf Wunsch auch per Videoberatung anbieten.

 

Welche Informationen liegen Ihnen ergänzend auf dem Herzen, die Sie für unsere Leser in diesen Tagen für wichtig und nützlich halten?

Gemeinsam da durch! Das war der Slogan, unter dem sich alle Sparkassen in Deutschland noch einmal sehr deutlich zu ihrer Region bekannt haben. Und auch wir sind nach wie vor für unsere Kunden da. Persönliche Beratungsgespräche sind in allen Geschäftsstellen wieder uneingeschränkt möglich. Um ein erhöhtes Kundenaufkommen vor Ort zu vermeiden, bitten wir unsere Kunden bei Beratungswünschen um eine vorherige Terminvereinbarung über unser Kunden-ServiceCenter. Dieses erreichen Sie in der Zeit von Mo-Do 08:00-19:00 Uhr und Freitag von 08:00-17:00 Uhr per Telefon (04281 940-0), per Mail (info@spk-row-ohz.de) oder per Chat (www.spk-row-ohz.de).

 

 

 

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