Unser Auslandspraktikum auf der grünsten Insel Europas

eingestellt von Azubi-Blogger am 30. Januar 2018

Unser Auslandspraktikum war eine tolle Erfahrung! (Rebecka Voß und Lea Puschmann)

 

Normalerweise sind wir – Rebecka Voß und Lea Puschmann – im dritten Lehrjahr unserer Ausbildung und durchlaufen die verschiedenen internen Abteilungen und Geschäftsstellen unserer Sparkasse, sowie die Berufsschule. Doch wieso hat es uns dann für drei Wochen nach Dublin verschlagen? Wir zwei haben die Chance genutzt und sind nach Irland gereist, um ein Auslandspraktikum zu absolvieren. Wie wir zu dieser Möglichkeit gekommen sind und was wir alles erlebt haben, erfährst du in diesem kleinen Reisetagebuch.

Planung und Anreise

Das durch Erasmus geförderte Projekt „Auslandspraktikum während der Ausbildung“ wurde uns in der Berufsschule vorgestellt. Da wir sowieso eine Passion für Auslandsreisen haben und wir hier die Möglichkeit gesehen haben, unsere Leidenschaft des Reisens mit unserer Ausbildung zu verknüpfen, hat das Projekt direkt unsere Neugierde geweckt. Nachdem die Zustimmung unseres Arbeitgebers kam und die Erasmusförderung genehmigt worden war, konnte die Planung losgehen.

Hauptsächlich haben wir das Auslandspraktikum eigenständig mit Hilfe der zuständigen Berufsschullehrerin organisiert. Dafür haben wir uns eine in Dublin ansässige Organisation – ADC College – gesucht, die auf die Vermittlung von Praktikumsplätzen und Unterkünften in Gastfamilien spezialisiert ist .

Und warum Irland? Unser Reiseziel musste im europäischen Ausland liegen und da wir uns nur in der englischen Fremdsprache relativ sicher fühlten, beschränkten sich die Zielländer schließlich nur noch auf das Vereinigte Königreich und Irland. Da wir beide bereits öfter in London waren, fiel die Entscheidung dann sehr schnell auf Dublin.

Nachdem die Planung für Unterkunft und Praktikumsplatz abgeschlossen war, ging es dann im September von Bremen über Amsterdam nach Dublin. Von einer Mitarbeiterin unserer Organisation wurden wir am Flughafen abgeholt und in unsere Gastfamilie gebracht.

Unterkunft

Besser hätte es uns eigentlich nicht treffen können. Zwar war unser Zimmer nicht das größte, aber man konnte durch unser Fenster direkt das Meer sehen – uns trennten nur fünf Minuten Gehweg zur Irischen See. Das haben wir natürlich nach Feierabend gerne ausgenutzt.

Mit unserer Gastfamilie sind wir gut klar gekommen, unser liebstes Familienmitglied war aber kein Mensch: es war der verrückte Mops, der keinen Versuch ausließ, sich mit seinen Glupschaugen jedes letzte bisschen Essen zu erbetteln.

 

Praktikumsplatz Rebecka

Ich verbrachte meine Praktikumszeit bei den Immobilienmaklern von „Young’s Estate Agents“, ein Familienunternehmen mit sieben Maklern und weiteren Büroangestellten. Ihr Hauptbereich liegt in der Vermarktung von Immobilien im Auftrag ihrer Kunden, sowie in anderen Dienstleistungen rund um die Immobilienbranche wie Immobilienbewertungen, Management von Mietobjekten, Vermittlung von Mietern etc.

Hauptsächlich saß ich an der Rezeption zusammen mit der Mitarbeiterin Kate. Sie ist sozusagen „die rechte Hand“ der Immobilienmakler und unterstützt sie bei der Anfertigung von Immobilienbroschüren und Online-Anzeigen, der Bearbeitung von Kundenanfragen, der Ausschreibung von öffentlichen Besichtigungen usw. Sie hat mich in das Unternehmen hineingeführt, sodass ich sie bei ihrer täglichen Arbeit unterstützen konnte. Natürlich gehörten dazu auch die „typischen“ Praktikantenaufgaben wie Kopieren, Schreddern und Akten sortieren.

Das Highlight meines Praktikums war aber nicht die Arbeit im Büro, sondern die Begleitung der Immobilienmakler zu ihren Terminen. Sie nahmen mich mit zu Besichtigungen ihrer aktuellen Immobilien und Bewertungen von fremden Immobilien. Es war spannend zu sehen, wie unterschiedlich doch die Geschmäcker in der Architektur zwischen Irland und Deutschland sind.

Besonders spannend war es, sich mit meinen Kollegen und auch Kunden über meine Herkunft und die Intention in Irland ein Praktikum zu machen, zu unterhalten.  Somit verflogen die drei Wochen wie im Flug und es fiel mir sehr schwer, meinen neugewonnen Kollegen dann wieder Tschüss sagen zu müssen.

Praktikumsplatz Lea

Ich konnte während meiner Praktikumszeit in einen ganz anderen und mir bisher fremden Beruf schnuppern. Ich verbrachte meine Zeit bei Barron Morris Solicitors, einer kleinen Anwaltskanzlei. Vermutlich unterscheidet sich die Arbeit eines Anwalts dort nicht groß von der eines Anwalts hier in Deutschland, daher kann man sich die Hauptaufgaben sicher denken.
Aber kommen wir mal zu dem wohl etwas spannenderen Thema: Was waren meine Aufgaben?

Die meiste Zeit verbrachte ich an der Rezeption mit Carol, dem „Engel“ der Anwaltskanzlei, wie ihre Kollegen sie liebevoll nannten. Sie erledigte alles, was gerade so anfiel und wurde von allen Kollegen daher sehr geschätzt. Von ihr habe ich meine festen Aufgaben bekommen, die ich im Laufe der drei Wochen erledigen durfte.
Dazu gehörten natürlich die typischen Aufgaben eines Praktikanten, wie Anrufe entgegennehmen, Kunden empfangen und Post bearbeiten. Aber auch spannende Aufgaben, wie beispielsweise Unterlagen in die Gerichte bringen, sowie die Sachbearbeitung bei neuen Fällen. Meine Aufgaben bei der Sachbearbeitung kann man sich so vorstellen, dass ich zu allererst den Fall aufgenommen, ihn mit einem der zuständigen Anwälte besprochen und anschließend den Kontakt zum Klienten aufgenommen habe. Hört sich gar nicht so schwer an. Die größte Herausforderung dabei war für mich tatsächlich, Kontakt zu dem Klienten aufzunehmen. Ich persönlich finde es manchmal sogar auf Deutsch schwierig, meinen Gesprächspartner am Telefon richtig zu verstehen. Wie also soll ich das auf Englisch schaffen?! Aber wenn man in’s kalte Wasser geschmissen wird, schafft man vermutlich alles. Also habe ich meine Bedenken abgelegt und einfach losgelegt… und letztendlich war es gar nicht so schlimm, wie ich anfangs vermutete. Mir hat es am Ende sogar großen Spaß gemacht und ich war froh darüber, dass mir meine Kollegen diese gar nicht so unwichtige Aufgabe zugemutet haben. Mein persönliches Highlight war, als ich einen meiner Kollegen zu einem Gerichtstermin begleiten durfte. Einen richtigen Prozess, wie ich ihn nur aus Serien oder Filmen kannte, live mitzuerleben, war eine spannende Erfahrung.

Im Großen und Ganzen bin ich mit meinem Praktikumsplatz sehr zufrieden gewesen. Immer öfter konnte ich über meinen eigenen Schatten springen und neben den beruflichen Dingen auch die Arbeit in einem anderen Land kennenlernen.

Freizeit

Natürlich saßen wir nicht den ganzen Tag nur in unserem Praktikumsunternehmen. Wir haben versucht, so viel wie möglich von der irischen Hauptstadt zu sehen – und das auch abseits der  bekannten Touristenmagneten.

Was nach der Arbeit natürlich besonders reizvoll war, waren die zahlreichen irischen Pubs. Gefühlt gibt es sogar mehr Pubs als Einwohner. Sie besitzen noch den altmodischen Flair, aber trotzdem gemütliche Atmosphäre mit typisch irischer Livemusik und den unzählbaren Sorten an irischem Bier.

Viel Zeit für Sightseeing blieb dann am Nachmittag natürlich nicht, dafür waren wir an den Wochenenden immer unterwegs. Wir besuchten die Wicklow Mountains, fuhren nach Nordirland zum Giant’s Causeway und nach Belfast. In Dublin durfte natürlich eine Führung durch die Guinness-Fabrik nicht fehlen.

Im Anschluss an unser Praktikum ging es für uns direkt weiter mit dem nächsten großen Abenteuer, denn unser Roadtrip entlang der irischen Westküste konnte starten. Der Plan und die Route standen natürlich bereits fest, sodass wir nur noch unser Auto am Flughafen abholen mussten, damit es losgehen konnte. Rebecka entpuppte sich als ein 1A Navigator und DJ und versorgte uns während der Fahrt mit allem, was das Herz begehrt. Lea übernahm den Part des Fahrers, was im Laufe der Zeit auch relativ gut klappte – den Respekt vor dem Linksverkehr konnten wir beide nicht verbergen. Außerdem musste immer ein Auge an den Straßenrand gerichtet werden, um den grasenden Schafen nicht in die Quere zu kommen. In den insgesamt fünf Tagen passierten wir die Städte Galway, Limerick und Killarney und genossen die wunderschöne Natur Irlands. Jetzt wissen wir auch, warum Irland es als die „grüne Insel“ bezeichnet wird.

 

Fazit

Jetzt kann man sich natürlich die Frage stellen: Und was hat uns das Ganze gebracht? Und darauf würden wir nun antworten: Alles!

Nicht nur beruflich, sondern auch persönlich hat uns dieses Praktikum maßgeblich weitergebracht. Wir haben hautnah miterlebt, wie im europäischen Ausland gearbeitet, gehandelt und kommuniziert wird. Da Rebecka bereits in der Immobilienabteilung unserer Sparkasse eingesetzt war, konnte sie sogar Unterschiede und Gemeinsamkeiten in den jeweiligen Arbeitsweisen erkennen.

Wir wurden Tag für Tag offener und spontaner in der Kommunikation und konnten erkennen, dass unser Schulenglisch durchaus ausreicht, um sich für eine längere Zeit im Ausland aufzuhalten. Auch mit den kulturellen Unterschieden zwischen uns und den Iren lernte man mit der Zeit umzugehen und sie zu verstehen.

Wir können jedem nur raten, wenn ihm diese Möglichkeit des Auslandspraktikums geboten wird, sie zu ergreifen. Auch wenn man an seinen Sprachkenntnissen zweifelt – diese Erfahrung kann einem keiner mehr nehmen.

Rebecka Voß & Lea Puschmann

 

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